Online-Challenges

Online-Challenges erfreuen sich an Beliebtheit und regen zum Nachahmen an. In den sozialen Netzwerken werden Filme zu unterschiedlichen Aufgaben geteilt und sind mit den Challenge-Hashtags für andere auffindbar. Viele Challenges auf TikTok und Instagram  sind alles andere als harmlos und so gehen diese Mutproben nicht immer gut aus.

Was sind Challenges?

Challenges rufen dazu auf, bestimmte  Herausforderungen mitzumachen und Videos dazu anzufertigen. Viele dieser Mutproben sind spaßig und harmlos, daneben gibt es aber Challenges, bei denen Jugendliche vor der Kamera eine gefährliche Aktion ausführen und andere zum Nachahmen „nominieren“.

Beispiele für witzige Challenges:

  • Tänze nachahmen
  • Ice Bucket-Challenge: Eiswasser-Eimer über den Kopf leeren und dabei auf die neurologische Krankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) aufmerksam machen und Spenden sammeln
  • 24 Stunden lang nur Grünes essen
  • einander Flachwitze erzählen und versuchen nicht zu lachen

Beispiele für gefährliche Challenges:

  • Blackout Challenge: Hier geht es darum, sich bis zur Ohnmacht zu würgen
  • Skull Breaker Challenge:  Menschen werden beim Springen die Beine weggetreten, so dass sie anstatt auf den Füßen auf dem Kopf landen
  • Zimt-Challenge: Hier wird ein Löffel voller Zimt geschluckt (Erstickungsgefahr, wenn Pulver in die Atemwege gelangt)
  •  illegal auf Türme, Baukräne oder auf Hochspannungsmasten klettern
  • Brände auf Schultoiletten legen und dabei filmen
  • auf Waschmittelpads beißen  
  • außen auf Zügen mitfahren und alles dabei filmen

Probleme dabei?

Viel Aufmerksamkeit erhalten häufig besonders krasse oder gefährliche  Challenges. Um Likes und Anerkennung zu erhalten und sich von anderen abzuheben, nehmen vor allem Jugendliche ein hohes Verletzungsrisiko in Kauf.

Warum macht man mit?

Dazugehören zu einer Gruppe cooler Leute, Anerkennung erhalten,  mit Gleichaltrigen messen und/oder einfach nur aus Zeitvertreib.

Was können Eltern und Lehrende tun?

  • Altersdifferenzierte Voreinstellungen nutzen: Die besonders bei jüngeren Kindern beliebte App TikTok hat eine Altersfreigabe ab 13 Jahren. Um die Nutzer*innen zu schützen, bietet diese App altersdifferenzierte Voreinstellungen an. Damit diese auch greifen, achten Sie auf die wahrheitsgemäße Altersangabe des Kindes.
  • Ermutigen Sie das Kind, nicht alles mitzumachen und die gezeigten Challenges kritisch zu hinterfragen. Teile keine gefährlichen oder geschmacklosen Challenges!“
  • Ermutigen Sie das Kind darin, Nein zu sagen: „Was könnte schiefgehen? Was passiert, wenn du nicht mitmachst? Die Nominierung musst Du nicht annehmen.“
  • Verurteilen Sie Challenges nicht pauschal und helfen Sie interessierten Kindern dabei, sichere Challenges zu finden.
  • Sprechen Sie sich mit den Schulsozialarbeitern und  auch mit anderen Eltern ab.

    Katharina Haugwitz und Gabriella Parditka | 8. August 2022