Squid Game im Kindergarten

Kindergärten - auch in unserer Diözese - beklagen zunehmend, dass die Netflix-Serie "Squid Game" von Kindern nachgespielt wird. Bei Squid Game geht es darum, dass verarmte Menschen für die Chance eines hohen Geldgewinns in (Kinder-)spielen gegeneinander antreten und die Verlierer dabei ums Leben kommen bzw. getötet werden.

Das faszinierende für Kinder an diesem Setting ist vermutlich die teilweise quietschbunte Spielewelt, in der die Darsteller sich beweisen müssen und die Radikalität mit der Verlierer eliminiert werden. Natürlich kann man nun sagen, dass das berühmte Cowboy- und Indianerspiel vergangener Generationen ("Peng - du bist tot !") durchaus ähnliche Qualitäten hatte. Allerdings ist das beängstigende an Squid Game, dass dieses nun wirklich keine Kinderserie ist (Netflix hat sie ab 16 gekennzeichnet) und man sich schon fragt, wie es kommen kann, dass Kindergartenkinder diese Filme sehen. Die Serie ist definitiv beängstigend, exzessiv gewalttätig und oft auch zynisch.

Aus unserer Sicht sind dabei zwei Dinge zu beachten:

Zum einen sollte man mit dem spielerischen Töten umgehen. Mit den Kindern darüber reden. Ihnen klar machen, dass am Töten nichts spielerisches oder gar lustiges ist. Dass man im Kindergarten miteinander spielt um Spass zu haben und Freundschaften zu pflegen. Und schließlich, dass bei Spielen mit Verlierern und Gewinnern nicht nur das Gewinnen wichtig ist (denn mal gewinnt der eine, mal die andere), sondern auch das Umgehen können mit dem Verlieren.

Andererseits erscheint es uns aus Jugendschutzgründen schon auch wichtig hinein zu hören, ob denn die Kinder die Serie oder Teile davon wirklich gesehen haben und unter welchen Bedingungen. Viele Kinder dürften das Squid Game nur vom Hörensagen aus dritter Hand kennen. Wenn es sich anders verhält, Kinder zuhause also wirklich Zugang zu solchen Medieninhalten haben, sollte man ein Gespräch mit den Eltern nicht scheuen.

Die extrem brutalen Darstellungen könnten die Psyche der Kinder beeinträchtigen und zu Verängstigung oder Alpträumen führen. Die Serie wurde nicht von der FSK geprüft, der Streamingdienst Netflix empfiehlt ein Alter ab 16 Jahren.

Weitere Infos zum Thema:
https://www.schau-hin.info
https://www.saferinternet.at

< zurück     Rainer Steib | 20. Dezember 2022